Mittwoch, 25. März 2020

Künstlervorstellung: Käptn Peng

Heute starte ich eine Serie, in der ich in nächster Zeit Künstler, Autoren und Musiker vorstellen werde.

Ein musikalischer Schwerpunkt wird dabei unter Anderem bei deutschsprachigem Rap liegen.
Wer jetzt wild um sich herumballernde "Original Gangster" im Codein-Rausch vor sich sieht, die Frauen zu "Bitches" erklären und peinliche Selbstbeweihräucherung mit ihrem "Bling-Bling"-Schmuck betreiben, kann sich wieder entspannen. Solche Oberflächlichkeiten haben mich nie interessiert und leider viele vom Rap abgeschreckt. Sicher gibt es auch guten "Street Rap", aber der ist rar.

Um das Ganze gleich nochmal zu unterstreichen, beginne ich mit dem ungewöhnlichsten Vertreter des deutschen Sprechgesangs, den man sich nur vorstellen kann: Käptn Peng.

Vielleicht ist er Manchen als Schauspieler unter seinem bürgerlichen Namen Robert Gwisdek bekannt.
Gerade habe ich mir sein Buch "Der unsichtbare Apfel" bestellt und bin schon sehr gespannt auf die Lektüre. Bestimmt komme ich hier noch einmal darauf zurück.

Seit vielen Jahren begleitet mich Käptn Pengs Musik. Seine Texte zeugen von einem genialen Vollblutkünstler zwischen Genie und Wahnsinn. Das klingt dann beispielsweise so:


"Ich bin nicht verrückt geworden, ich hab mich selbst verrückt
Die Messer weggeworfen und mich selbst gezückt
In Stücke geschnitten und wieder zusammengeflickt
Als Kamel verkleidet und durchs Nadelöhr geschickt"


Seine Texte sind kreativ, nachdenklich, verschachtelt ("Kreuzworträtselrap"), philosophisch und treffen auf den Punkt. In einem Moment sind sie bedeutungsschwanger und dann scheinen sie (auf den ersten Blick) sinnfrei. Und beides passt zusammen. Verbunden durch eine lässige (Selbst)-Ironie. Dazu kommt ein beachtlicher Flow, mit dem er seine komplexen Texte zum Leben bringt. Die Bandbreite ist enorm, von Tierfabeln über existentialistische Sinnsuche zu heiter-absurden Ideen.
Er glänzt mit einem riesigen Wortschatz und tiefen sowie klugen Ausflügen in die Tiefen der eigenen Psyche. Seine Videos untermalen seine Kunst dazu sehr stimmig. Ich möchte gar nicht viele weitere Worte verlieren, sondern direkt zu seiner unnachahmlichen Kunst kommen. 

Das Snippet zu seinem Album "Die Zähmung der Hydra" war das Erste, was ich von ihm gesehen habe und mich unmittelbar zu einem Fan werden ließ:




Weitere Lieblingssongs aus "Zähmung der Hydra":


Sie mögen sich



Parantatam



Werbistich



Oha


Kündigung 2.0



Genaugenommern könnte ich alle Lieder dieses großartigen Albums einbinden, daher hier lieber noch der Hinweis auf weitere Anspielstationen: Sein Name sei Peng, Kampf mit der Hydra, Flotten von Mutanten,
Von Form zu Form, Der Stein des Wahnsinns und Alles ist Käptn.

Ich denke die Botschaft ist angekommen: Für mich ist dieses Album, das er mit dem Beatproduzenten Shaban (Halbbruder Johannes Gwisdek) aufgenommen hat, eine absolute Empfehlung!
Mich wird diese Platte für immer begleiten.


Dann möchte ich noch einen kleinen Einblick in Songs von den nachfolgenden Alben bieten.

Mit seiner Band, "Die Tentakel von Delphi" hat er zunächst die "Expedition ins O" aufgenommen.
Daraus möchte ich zwei Songs besonders hervorheben:


Der Anfang ist nah 



Noch philosophischer wird es im Song Sokosophie




Das neuste Album ist nun knapp drei Jahre alt und heißt "Das nullte Kapitel", ebenfalls mit den Tentakeln von Delphi aufgenommen und genauso faszinierend wie die beiden Vorgänger.

Auch hier zwei Vertreter, die für mich besonders herausstechen:


Tango im Treibsand



MC HomoSapiensSapiens



Als weitere Anspielstation empfehle ich den Track Meister und Idiot.

Ich freue mich schon riesig auf die nächsten Veröffentlichungen! 

Wer mehr hören und sehen will, dem empfehle ich den Besuch der Website seines Labels Kreismusik. Ebenfalls aus diesem Kollektiv habe ich auch den Rapper Lemur vorgestellt.

Im Webshop Kreiskonsum lassen sich Platten bestellen und Downloads ziehen.

Lang lebe der Käptn!

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